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Prof. Dr. Ingeborg Reichle · Lehrveranstaltungen
Einige Hinweise zu meinen Lehrtätigkeiten:
Die unten stehende Auflistung beinhaltet eine Übersicht über meine Lehrveranstaltungen


Seminare und Vorlesungen Sommersemester 2017
(Universität für angewandte Kunst Wien)

Out of Hand: Materializing the Postdigital (VO, 2 WST.)

Daten
Beginn: 14. März 2017
Zeit/Ort: Dienstag, 13:45-15:15, SE 14
Unterrichtssprache: Englisch
(Vorlesung: LV-Nr.: S01552)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Kommentar
Out of Hand: Materializing the Postdigital introduces students to selected approaches and methods used in computer-aided fabrication in the fine arts and design, such as CNC (computer numerical control) machining, digital knitting (OpenKnit), 3-D printing and additive manufacturing (the industrial version of 3-D printing). With the arrival of early additive manufacturing equipment in the 1980s and the possibility of processing digital data into three-dimensional objects, new forms of artistic expression and design approaches evolved. Artist and designers are fascinated since then by a number of technological innovations in the field of digital fabrication, which makes them rethink their creative process and tools. The lectures offers an overview from the past two decades of some of the most compelling approaches of materializing the postdigital, when computers took over the control of making objects – transforming the human creative process in novel and unpredicted ways.

It is important for seminar participants to attend the introductory session on March 14, 2017. The topics for the lecture will be assigned and information provided about the subjects and issues that will be discussed with over the course of the term.

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Einführung in die Theorie der Biomedien (PS, 2 WST.)

Daten
Beginn: 14. März 2017
Zeit/Ort: Dienstag, 16:15-18:00, SE 14
Unterrichtssprache: Deutsch
(Proseminar: LV-Nr.: S01551)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Kommentar
Standen bislang vor allem technische Medien im Fokus medientheoretischer Erkundungen kommen gegenwärtig eine Vielzahl medientechnologischer Innovationen hinzu, die unter dem Ausdruck „Biomedien“ firmieren. Im Seminar wollen wir der Frage nachgehen wie Biomedien entstanden sind und gegenwärtig Verwendung finden, indem wir die Technisierung des Lebendigen durch die Verschmelzung von Informationstheorie, Molekularbiologie und Informatik in den Blick nehmen. Die technologische und mediale Rahmung des Biologischen durch Verfahren der Biotechnologie oder jüngst der Synthetische Biologie, führt zu einer Austauschbarkeit von Code und Materie und lässt das Biologische offen werden für Design-Anwendungen. Was gegenwärtig unter dem Ausdruck „Biomedien“ verhandelt wird, wollen wir uns anhand von einigen ausgewählten Texten erschließen, um im Anschluss daran eine kritische Perspektive einnehmen zu können, auf welche Weise Biomedien als biologisch-technische Konstellationen von Medientechnologien gegenwärtig in Kunst und Gesellschaft Einzug halten und in der Wirtschaft als green technology firmieren.

Die Anwesenheit zum Einführungstermin am 14. März 2017 ist notwendig, da wir an diesem Termin die Referatsthemen besprechen und die Inhalte vorgestellt werden, mit welchen wir uns im Semester beschäftigen werden. Zu Beginn der Veranstaltung werden Texte und Materialien digital zur Verfügung gestellt (PDF-Dateien). Auf BASE Angewandte finden sich Informationen und Literatur zum Seminar, auf der Seite der Abteilung für Medientheorie medientheorie.ac.at gibt es immer wieder Ankündigungen und Updates zur Veranstaltung.

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Privatissimum für DissertantInnen (PV, 2 WST.)

Daten
Beginn: 14. März 2017
Zeit/Ort: Dienstag, 10:15-12:00, RAD 2
Unterrichtssprache: Deutsch / Englisch
(Privatissimum: LV-Nr.: S01493)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Kommentar
Das Privatissimum für DissertantInnen besteht sowohl aus Einzelbesprechungen nach Terminabsprache als auch aus Treffen mit anderen DissertantInnen (Termine werden zeitgerecht bekannt gegeben). Die Einzelbesprechungen geben Gelegenheit, den jeweils aktuellen Stand der Forschungsarbeit zu diskutieren und ein individuelles Feedback einzuholen. Bei den Treffen werden die aktuellen Themen den anderen TeilnehmerInnen zur Diskussion gestellt in Form eines strukturierten Vortrags (29 Minuten + 1) mit anschließender Diskussion.


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Seminare und Vorlesungen Wintersemester 2016/2017
(Universität für angewandte Kunst Wien)

Art Matters: Kunst, Biologie und Medientheorie im 21. Jahrhundert (VO, 2 WST.)

Daten
Beginn: 4. Oktober 2016
Zeit/Ort: Dienstag, 13:45-15:15, SE 14
Unterrichtssprache: Deutsch
(Vorlesung: LV-Nr.: S01554)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Kommentar
Die Vorlesung Art Matters gibt einen Überblick über aktuelle Kunstpraktiken und Ausstellungen, die die Technisierung des Lebendigen durch die Verschmelzung von Informationstheorie, Informatik und Molekularbiologie thematisieren und auf eine Neubewertung des relationalen Verhältnisses von Gegenwartskunst und Naturproduktion in den Technowissenschaften (Biotechnologie und Synthetische Biologie) fokusieren. Standen bislang vor allem technische Medien im Fokus medientheoretischer Erkundungen, so kommt gegenwärtig eine Vielzahl medientechnologischer Innovationen hinzu, die unter dem Ausdruck Biomedien firmieren. Die technologische und mediale Rahmung des Biologischen durch Verfahren der Biotechnologie führt zu einer Austauschbarkeit von Code und Materie und lässt das Biologische offen werden für neue Design-Anwendungen, die als biologisch-technische Konstellationen von Medientechnologien auch in der Kunst aufgegriffen werden. Die Untersuchung der damit einhergehenden Veränderungen künstlerischer Prozesse, wird in der Vorlesung einer inter- und transdisziplinären Perspektivierung zusammengeführt und zielt sowohl auf die Analyse künstlerischer Produktionsweisen als auch auf gegenwärtige gesellschaftliche und ökonomische Prozesse.

Voraussetzungen und Prüfungsmodalitäten: Anwesenheit, schriftliche Arbeit am Ende des Semesters.

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Bioart – Biodesign – DIY: Reframing Life in Current Artistic Practices (PS, 2 WST.)

Daten
Beginn: 4. Oktober 2016
Zeit/Ort: Dienstag, 16.15-18.00, SR 14
Unterrichtssprache: Englisch
(Proseminar: LV-Nr.: S01555)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Description
This course offers an introduction to Bioart and Biodesign as well as the do-it-yourself biology (DIYbio) practices employed. We will focus on current projects that create art using living matter and on new cross-disciplinary approaches in design, which seek to implement biological principles in the design process and even try to integrate living organisms as essential components, thereby initiating collaboration between designers and biologists. Biodesign aspires to go beyond the biology-inspired approach of bionics and biomimicry, aiming at transforming and applying structures, procedures, and developmental principles of biological systems to technology and technical applications. Biodesign not only wants to improve industrial and mechanical systems through introducing concepts and shapes based on nature, it also wants to replace these systems with biological processes. We will also turn our attention towards DIYbio practices, a growing community in which individuals and small organizations study biology with a focus on molecular biology. DIYbio practices contribute to open source policies in the sciences, with the aim of making the tools, protocols, and resources necessary for doing science in this field available to everyone who is interested in engaging, for example, in biological engineering or tissue engineering including non-professionals. The course will also examine a number of Bioart projects to develop a critical understanding of the role of art in the twenty-first century.

It is important for seminar participants to attend the introductory session on October 4, 2016. The topics for the seminar talks will be assigned and information provided about the subjects and issues that we will deal with over the course of the term. Texts and materials will be available online at BASE Angewandte.

Course policy: attendance, presentation and essay. Aushang zum Download »


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DiplomandInnenseminar (SE, 2 WST.)

Daten
Beginn: 4. Oktober 2016
Zeit/Ort: Dienstag, 10:15-11:45, SE 14
Unterrichtssprache: Deutsch
(Seminar: LV-Nr.: S01553)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Kommentar
Das Seminar besteht aus Einzelbesprechungen nach Terminabsprache und zudem aus Treffen der Gruppe (Termine werden zeitgerecht bekannt gegeben). Die Einzelbesprechungen geben die Gelegenheit, den jeweils aktuellen Stand der Arbeit zu diskutieren und ein individuelles Feedback einzuholen. Bei den Treffen in der Gruppe werden die aktuellen Arbeiten den anderen TeilnehmerInnen zur Diskussion gestellt.

Prüfungsmodalitäten beim Gruppentreffen: Präsentation der einzelnen Arbeiten in Form eines strukturierten Vortrags (29 Minuten + 1) mit anschließender Diskussion.


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Seminare Sommersemester 2016
(Universität für angewandte Kunst Wien)

Theorie der Biomedien

Daten
Beginn: 8. März 2016
Zeit: dienstags von 14-16 Uhr
Veranstaltungsort: Vordere Zollamtstraße 3
Seminarraum 14
Institut für Bildende und Mediale Kunst, Abteilung für Medientheorie
Universität für angewandte Kunst Wien
(Proseminar: LV-Nr.: S01494)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Kommentar
Was sind Biomedien? Dieser Frage wollen wir im Seminar nachgehen, indem wir die Technisierung des Lebendigen durch die Verschmelzung von Informationstheorie, Molekularbiologie und Informatik in den Blick nehmen. Standen bislang vor allem technische Medien im Fokus medienwissenschaftlicher Erkundungen, so kommen heute eine Vielzahl von Biomedien hinzu. Die technologische und mediale Rahmung des Biologischen durch Verfahren der Biotechnologie oder jüngst der Synthetische Biologie, führt zu einer Austauschbarkeit von Code und Materie und lässt das Biologische offen werden für Design-Anwendungen. Was gegenwärtig unter dem Ausdruck „Biomedien“ verhandelt wird, wollen wir uns anhand von einigen ausgewählten Texten erarbeiten, um im Anschluss daran eine kritische Perspektive einnehmen zu können, auf welche Weise Biomedien als biologisch-technische Konstellationen von Medientechnologien gegenwärtig als green technology in die Wirtschaft, vor allem aber in die Kunst und unsere Gesellschaft Einzug halten.

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After Media: Media Art`s Convergence into BioArt

Daten
Beginn: 8. März 2016
Zeit: dienstags von 16-18 Uhr
Veranstaltungsort: Vordere Zollamtstraße 3
Seminarraum 14
Institut für Bildende und Mediale Kunst, Abteilung für Medientheorie
Universität für angewandte Kunst Wien
(Seminar: LV-Nr.: S01495)
Dozentin: Uni.-Prof. Dr. Ingeborg Reichle

Kommentar
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Is science the new art? Starting with this provocative question, we will explore how media art has turned in recent years towards cutting-edge technologies, like the manipulation of DNA, the production of transgenic organisms, as well as regenerative medicine technologies, such as artificial fabrication of human organs with 3D bioprinting techniques. All these technologies profoundly affect our concepts of human identity and the relationship between past and present, as well as between life and death. With the emergence of BioArt, biomedia have become part of the art world, raising questions about the aesthetic and ethical status of manipulating life through the merging of computer science and molecular biology, genetic codes and computer codes – turning biology into technology. The seminar will examine a large number of BioArt projects in order to develop a critical understanding about the role of art in the twenty-first century.

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Seminare Wintersemester 2015/16 (Universität Lissabon)

Re-designing Life: Current Debates in the Arts and Sciences on Enhancing Human Evolution

Daten
Beginn: 4. Dezember 2015
Veranstaltungsort: Centro de Filosofia das Ciências da Universidade de Lisboa (CFCUL),
Faculdade de Ciências da Universidade de Lisboa,
Campo Grande, Edifício C4, 3º Piso, 1749-016 Lisboa, Portugal
Dozentin: Prof. Dr. Ingeborg Reichle (guestprofessor)

Kommentar
Artists have responded to what it means to be human in the age of biotechnology in multi-directional ways. The course will analyse two artistic positions that refer to current developments in the sciences such as experimental genome editing (Crispr/Cas9), personal genomic data, identity/privacy, and genetic surveillance.

The first part of the course will focus on the new art project "The Infinity Engine" by the San Francisco-based media artist Lynn Hershman Leeson that was part of the “Civic Radar” exhibition, a comprehensive retrospective of her work, mounted at the ZKM Museum of Contemporary Art in Karlsruhe, Germany (2014–2015). In "The Infinity Engine" Lynn Hershman Leeson explores the manipulation of DNA through genome editing, mass production of transgenic organisms, and the development of regenerative medical technologies, such as artificial organ fabrication using 3-D bioprinting. "The Infinity Engine" includes the project "Capture Room" which Lynn Hershman Leeson developed together with NASA scientist Josiah Zayner. "Capture Room" is an innovative and highly speculative project that attempts to identify a person’s genome through a non-invasive procedure; that is, without extracting and sequencing the DNA from a body cell, relying instead on information provided by an image or photograph of a person’s face. The idea that "Capture Room" presents is not a bizarre vision of the near future of human genome analysis. It is a scientifically informed and probable scenario of what is likely to be standard practice and everyday technology in just a decade or two. The main obstacle to the realisation of this vision is not lack of machinery or algorithms, but our still very imperfect understanding of genotype–phenotype correlations embodied in complex gene expression pathways. Disentangling the complex gene interaction patterns that are involved in phenotype generation has proven to be far more difficult than was originally thought after the successful completion of the HUGO project some fifteen years ago. The second part of the course will focus on an art project that looks at the relationship of DNA and identity/privacy from the reverse perspective which has become well known in recent years as “forensic molecular photofitting” that has now even entered the art world. The Chicago-based artist Heather Dewey-­Hagborg is collecting DNA samples from her neighbourhood, traces of DNA people accidentally leave behind on things like a carelessly discarded chewing gum. In her art project "Stranger Visions" (2012–2014) Heather Dewey­-Hagborg creates three-dimensional physical reconstructions of faces behind the anonymous DNA to show that leaving a hair behind in a place may soon be like leaving a photograph of one’s face. One of the leading experts in the field of forensic molecular photofitting, Mark D. Shriver, a population geneticist at Pennsylvania State University, has used this method in forensics to generate a physical description of an individual (such as skin, eye, and hair colour) from the analysis of DNA found at a crime scene, effectively turning physical DNA traits into a genetic eyewitness.


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Art after Darwin: Darwinian Aesthetics in French and German Art after 1859

Daten
Beginn: Beginn 2. Dezember 2015
Veranstaltungsort: Centro de Filosofia das Ciências da Universidade de Lisboa (CFCUL),
Faculdade de Ciências da Universidade de Lisboa,
Campo Grande, Edifício C4, 3º Piso, 1749-016 Lisboa, Portugal
Dozentin: Prof. Dr. Ingeborg Reichle (guestprofessor)

Kommentar
When Charles Darwin (1809–1882) finally published his theory of evolution, with "On the Origin of Species" in 1859 and "The Descent of Man" in 1871, a number of artists and art critics became interested in Darwin’s idea of aesthetics in evolution and beauty in sexual selection as an essential frame to rethink the origin of artistic practices and symbolic thinking within the development of early humans. In the course we will discuss two case studies to understand how artists in Germany and France became familiar with Darwin’s encounter with aesthetics and also became interested in the emergence of modern science.

The Austrian painter Gabriel von Max (1840–1915), born and raised in Prague, studied fine arts from 1855 in Prague, Vienna, and Munich. As a painter he became known for his religious and mystical symbolism and he opened his own studio in Munich in 1869. From 1879–1883, Gabriel von Max was a professor of historical painting at the Academy of Arts in Munich. From early on he was not only interested in the fine arts, but also in Asian philosophy, spiritism, and Darwinism and was well acquainted with the writings of British naturalists like Charles Darwin as well as those of German biologist Ernst Haeckel (1834–1919). Seeking the origin of the human imagination and an intrinsic artistic drive, in his stately home in Munich Gabriel von Max accumulated a large collection of prehistoric artefacts and ethnological and anthropological finds. He also kept in his garden a number of apes in a vivarium. Like many of his contemporaries Gabriel von Max was fascinated by the assertion that the ancestors of the genus Homo were apes: When Ernst Haeckel turned 60 in 1894, von Max sent him the painting "Pithecanthropus alalus" (1894) to Jena as a present. The painting was an attempt to make a visual statement about his idea that Darwinian concepts like sexual selection (Zuchtwahl) or struggle for existence (Kampf um’s Dasein) were not sufficient to explain the development of the human mind.

In the second case study we will turn to the artworks of the French historical painter Fernand Cormon (1845–1924), one of the leading painters in modern France whose students included Henri de Toulouse-Lautrec (1864–1901) and Vincent van Gogh (1853–1890). Fernand Cormon studied fine arts in Paris and set up his own studio, the Atelier de Cormon; later he became a professor of historical painting at the Academy of Arts in Paris (École des beaux-arts de Paris) where he was elected a member in 1898. Like Gabriel von Max, Fernand Cormon was deeply interested in Darwin’s ideas and the debates about humans in prehistoric times. One of his most well-known paintings Fernand Cormon presented at the Paris Salon in 1880, "Caïn fuyant avec sa famille" (1880), which is today on display at the Musée d’Orsay. Based on "La légende des siècles" by the French writer Victor Hugo (1802–1885), Caïn challenged the expectations about the appearance of the body, after Darwin's troubling new conception of corporeality. The emergence of Darwin’s evolutionary theory made the human body a site of particular anxiety for nineteenth-century French audiences, because it disrupted the long-held idea of the body as a stable, fixed entity with absolute limits (created by a divine god some 4004 years ago). This doctrine had been challenged earlier in the century by French naturalist Jean-Baptiste Lamarck’s (1744–1829) theory of the transformation of species, but it was not until the publication of Darwin’s "On the Origin of Species", which provided the evidence of the variation of species and explained in all detail the mechanisms driving evolution, that the foundations of the doctrine of a fixed body were seriously shaken. The first French translation of "On the Origin of Species" was published in 1862 titled "De l’origine des espèces ou des lois du progrès chez les êtres organises", translated by Clémence Royer (1830–1902), with three further editions up to 1870.

These two case studies will provide us with insights into the process of how Darwinian aesthetics influenced some German and French artists, who were highly interested in the emerging modern sciences.


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Seminar Wintersemester 2014/15

Klassiker der Kulturwissenschaft: Aby Warburg und die Primitivismusdebatte um 1900

Daten
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Seminar Wintersemester 2014/15
Bachelorstudiengang Kulturwissenschaft
Vst.-Nr. 53304
BA Kulturwissenschaft (Zweitfach)
Studienordnung 2014, Modul 2: Wahrnehmung - Imagination - Körper
Zeit: Mittwochs, 14:00 bis 16:00 Uhr
Ort: Raum 0.10, Georgenstraße 47 (GEO 47, Seminar- und Unterrichtsraum)
Dozentin: Prof. Dr. Ingeborg Reichle (FONTE Stiftungsprofessur)

Kommentar
In den vergangenen Jahrzehnten avancierte Aby Warburgs (1866-1929) Text über das Schlangenritual der Pueblo-Indianer in zu einem Schlüsseltext der Kulturwissenschaft und wurde breit und vielstimmig rezipiert, obwohl diese intensive Beschäftigung mit einer außereuropäischen Kultur eine Ausnahme im Werk von Warburg darstellt. Basierend auf einem Lichtbildvortrag, den Warburg im Jahr 1923 unter dem Titel „Die Logik in der Magie des primitiven Menschen“ trotz vorhandenem Typoskript frei hielt, erschien das Schlangenritual, das Warburg selbst als „Schlangenquatsch“ und „Missgeburt“ bezeichnete und nie zur Veröffentlichung vorgesehen hatte, als Textkomposit aus Skizzen, Notizen und Entwürfen 1938/39 in englischer Sprache im Journal of the Warburg Institute unter dem Titel „A Lecture on Serpent Ritual“, 1984 auf italienisch und 1988 schließlich in einer deutschen Übersetzung. Warburgs Lichtbildvortrag stützte sich 1923 auf etwa 50 Fotografien und bruchstückhafte Erinnerungsbilder einer Reise, die er von September 1895 bis Mai 1896 in den Südwesten der Vereinigten Staaten unternommen hatte, nach Colorado, New Mexico und Arizona.

Ausgehend von einer eingehenden Lektüre des Schlangen­rituals sollen im Seminar Warburgs Imagination von den Pueblo-Indianern als Vertreter eines „primitiven heidnischen Menschentums“ in den Blick genommen werden, deren „triebhaft-magische“ Tänze Warburg als „Überbleibsel“ einer tieferen Kulturschicht begriff, die Einsichten in die historische Entwicklung des heidnischen Menschen der Antike und schließlich auch des modernen Menschen bereit halten sollte. Warburgs Beschreibungen der indigenen Bevölkerung New Mexicos und Arizonas als letzte Vertreter eines „wilden“ und „primitiven heidnischen Menschentums“ - tief verstrickt im „Kampf ums Dasein“ - spiegeln gängige Vorstellungen seiner Zeit wider, die mit Hilfe höchst fiktionaler Parallelen und Analogien zwischen Kulturäußerungen von außereuropä­ischen Kulturen und prähistorischen Artefakten europäischer Kulturen, das Wesen und die „primitiven“ Ursprünge und Anfänge der menschlichen Kultur - und am Ende schließlich deren Gesetzmäßigkeiten - zu ergründen suchten. Im Falle von Warburg handelte es sich um die Vorstellung des Nachlebens der griechisch-heidnischen Antike in der Kunst der Renaissance, oszillierend zwischen Logik und Magie.

Im Anschluss an die Warburg-Lektüre werden wir im Seminar weitere relevante Position und Theorien zum Kulturtransfer in den Blick nehmen, von evolutionistischen bis hin zu diffusionistischen Theorien, insbesondere jedoch jene Kulturtheorien, die um 1900 imaginierten, die Ursprün­ge, bzw. Anfänge der europäischen „Kulturvölker“ in der Sprache, Religion und Kunst in den als „primitiv“, bzw. „einfach“ und „gleichförmig“ vorgestellten Kulturen der „Naturvölker“ zu finden. Diese Perspektive auf indigene Völker basierte auf der Vorstellung einer kulturellen/ästhe­tischen/ökonomischen Stufenleiter der Kulturen, in deren Systematik indigene Völker (insbesondere Jäger und Sammler) ganz unten angesiedelt wurden und die europäischen industrialisierten Gesellschaften an die Spitze gestellt wurden. Mit der Verbreitung der Evolutionstheorien von Charles Darwin und insbesondere mit der zunehmenden Akzeptanz seiner Theorie von der Abstammung des Men­schen aus dem Tierreich, verschoben sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Argumente einer auf kulturellen/ästhe­tischen/ökonomischen Indikatoren basierenden Stufenleiter der Kulturen hin zur Konstruktion eines auf biologischen/ana­tomischen Annahmen basierenden Rassismus. Galten lange die Bewohner Afrikas und mit der Entdeckung Amerikas die Ureinwohner Amerikas als „roh und barbarisch“, wurden mit der Kolonisierung Australiens und anderer entlegener Gebiete, wie die Südspitze Südamerikas oder die Andamanen Inseln im Golf von Bengalen, schließlich deren Bewohner auf die unterste Stufe dieser imaginären Leiter gestellt und somit ins Zentrum des Interesses der Forschung gerückt. Um 1900, als Warburg seine berühmte Reise zu den Pueblo-Indianern unternahm, galten diese bereits als „Halbkulturvolk“.

Im Seminar wollen wir einige ausgesuchte Wegbereiter dieser Auffassung von einer Taxonomie menschlicher Kulturen diskutieren. Dafür werden wir Autoren in den Blick nehmen, wie Adam Smith, Lewis Henry Morgan, Edward B. Tylor, Herbert Spencer, Charles Darwin, Tito Vignoli, Lucien Lévi-Bruhl, Karl Lamprecht, Hermann Usener, Ernst Grosse und einige andere Autoren, deren Schriften Einfluss hatten auf die Primitivismusdebatte einer um 1900 aufkommenden transdisziplinären Kulturwissenschaft, die sich als wissenschaftliche Disziplin in Abgrenzung - zuweilen aber auch in Anlehnung - an die Naturwissenschaften an den Universitäten zu etablieren suchte.

Neben der Einführung in die Lektüre dieses Schlüsseltextes der Kulturwissenschaft dient das Seminar zugleich auch der Vertiefung von fachlich-methodologischen Fähigkeiten im Hinblick auf die Bewertung eines solch zentralen und zugleich auch historischen Textes. Am Ende des Seminars wollen wir diskutieren, wie tragfähig Warburgs Vorstellungen von einem interkulturellen Kulturtransfer über die Jahrhunderte hinweg ist, insbesondere für die gegenwärtige Auseinandersetzung mit dem Thema „Bilderwanderung“ im Zuge der Globalisierung.

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Die Kunst der Anderen: Zum Verhältnis von Kunst, Ornament und früher Kulturtheorie

Daten
Seminar Wintersemester 2014/15: Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Masterstudiengang Kulturwissenschaft
Vst.-Nr. 533201
Master Kulturwissenschaft Studienordnung 2014, Modul 5: Kulturwissenschaftliche Ästhetik und Kulturtechniken
Zeit: mittwochs, 16:00 bis 18:00 Uhr
Ort: Raum 0.10, Georgenstraße 47 (GEO 47, Seminar- und Unterrichtsraum)
Dozentin: Prof. Dr. Ingeborg Reichle (FONTE Stiftungsprofessur)

Kommentar
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beginnen eine ganze Reihe von Wissenschaften sich der Erforschung der Ursprünge und zugleich auch des „Wesens“ der menschlichen Kultur zu widmen. Die Vorstellungen im Hinblick auf die Anfänge der menschlichen Kultur, welche die Forscher auf die spärlichen Funde und Relikte dieser Zeit projizieren, sind geprägt von den unterschiedlichen Weltanschauungen des 19. Jahrhunderts, die zwischen tradierten jüdisch-christlichen Glaubensvorstellungen und evolutionistischen Erklärungsmodellen oszillieren. Die Forschung der Mehrzahl der Gelehrten ist von der Grundannahme einer langsamen und kontinuierlichen evolutionären biologischen und kulturellen Entwicklung des Menschen bestimmt, die fortschrittslogisch von einfachsten Anfängen bis zu höchst komplexen Formen des Lebens führt. Die Vorstellung, dass die Entwicklung jeder Kultur die gleichen Stadien durchläuft, führt Forscher dazu, die Anfänge der eigenen „Hochkultur“ in den als roh, einfach und gleichförmig imaginierten Kulturen außereuropäischer indigener Kulturen zu suchen.

Vorangetrieben wird die Erforschung der Ursprünge der menschlichen Kultur durch die Konstruktion von Parallelen zwischen Funden und Objekten aus dem urzeitlichen Europa und den vielen Artefakten der materiellen Kultur außereuropäischen Ursprungs, die im Zuge der Kolonialisierungsbestrebungen der europäischem Mächte in Museen und Sammlungen angehäuft werden.

Das Verhalten und Denken der Menschen der eigenen Vor- und Frühgeschichte suchen Forscher zu rekonstruieren, indem sie unter anderem die ornamentalen Formen historischer Funde den Ornamenten von „Naturvölkern“ gegenüberstellen. Das Ornament gelangt in das Zentrum der Aufmerksamkeit, da ornamentale Formen in einen Zusammenhang gebracht werden mit den geistigen, bzw. den kognitiven Fähigkeiten der Produzenten. Zudem wird das Ornament als eine Art von Speicher imaginiert, bzw. als ein „Überbleibsel“, welches Aussagen über ältere Kulturschichten bereit hält. Diese Vorstellung wird gestützt durch die Annahme, dass sich Sprache weitaus schneller entwickelt als Formen und somit Formen sehr viel aussagekräftiger sind im Hinblick auf die Rekonstruktion des Verlaufs der menschlichen kulturellen Entwicklung und der Verbreitung von „Elementargedanken“ als Sprache. Die Fähigkeit des Zeichnens (insbesondere des perspektivischen Zeichnens) wird in der Folge als eine Technik imaginiert, die empirische Aussagen über die kognitiven Fähigkeiten des Zeichners zulässt und damit Hinweise auf dessen „Kulturstufe“ gibt.

Das Ornament wird auf der Suche nach den Ursprüngen der menschlichen Kultur zu einer Projektionsfläche und in der Folge in höchst unterschiedlich konstruierte Theoriegebäude verankert. Nicht weniger umstritten als das Ornament ist auch der Status der Kunst, bzw. die Kunstfähigkeit der „Anderen“, d. h. Menschen der europäischen Vor- und Frühgeschichte und auch indigene Völker. Frühe Anthropologen – wie zum Beispiel der Brite John Lubbock, der mit seinen Schriften Prehistoric Times (1865) und The Origin of Civilization (1870) dem viktorianischen England die Vor- und Frühgeschichte nahebringt oder der französische Altsteinzeitforscher Gabriel de Mortillet, der 1883 die Schrift Le Préhistorique antiquité de l’homme vorlegt und für Jahrzehnten die Vorstellung der Franzosen von der Urzeit prägt – beschreiben die Menschen des Paläolithikums als überaus roh und einfach – tief verstrick im Kampf um’s Dasein – halb Mensch halb Tier. Diese als roh und einfach skizzierten Menschen der Vor- und Frühgeschichte verfügen über keinerlei religiöses oder symbolisches Denken und sind somit auch nicht zu einem kreativen oder künstlerischen Ausdruck fähig. Diese hat zur Folge, dass aus dem Paläolithikum stammende menschliche Artefakte nicht als Kunstwerke bewertet werden, sondern als reine Dekoration, auch wenn diese in den Auge der Betrachter des 19. Jahrhunderts höchst ästhetische Formen haben. Als 1878 die beeindruckenden Höhlenmalereien im spanischen Altamira entdeckt und in europäischen Gelehrtenkreisen bekannt werden, ist es der Mehrzahl der Forscher nicht möglich, Menschen des Paläolithikums als deren Urheber zu betrachten. Insbesondere jene Forscher können dies nicht, die von einer anti-klerikalen Weltanschauung getragen werden und Religion nicht als ein intrinsisches Merkmal der menschlichen Spezies erachten. Erst als in Frankreich Gräber aus der Zeit des Paläolithikums gefunden werden und Autoren wie der Brite Edward B. Tylor und die beiden Schotten John Ferguson McLennan und James George Frazer Theorien zu Animismus, Totemismus und Magie vorlegen und auch „primitiven“ Kulturen, bzw. frühen Gesellschaftsformen religiöse Ausdrucksformen zusprechen, ändert sich die Vorstellung, die man sich von der Kunstfähigkeit der Menschen des Paläolithikums macht. Der entscheidende Katalysator jedoch, der dazu führt den Status sowohl von Höhlenmalereien als auch von portablen Artefakten aus der Zeit des Paläolithikums zu überdenken und diese als „Kunst“ zu bewerten, ist eine neue Strömung innerhalb der sich um 1890 rasch transformierenden Kunsttheorie. Diese neue Strömung führt zu einem erweiterten Kunstbegriff: nun wird auch dekorative Kunst als Kunst bewertet und die zuvor stets eng gezogene Grenzlinie zwischen Kunstgewerbe und „hoher“ Kunst aufgeweicht. Zudem kann Kunst nun durchaus einem sozialen, bzw. übergeordneten Zweck dienen. Neben diesem erweiterten Kunstbegriff ist auch die Tatsache von Bedeutung, dass anthropologische und ethnologische Studien Einfluss gewinnen auf ästhetische Theorien, welche die Anfänge der Kunst und der menschlichen Kreativität zunehmend einschließen. Die Transformation des Kunstbegriffs um 1900 führt zu einer Bewertung der Malereien und portablen Artefakte des Paläolithikums als „Kunst“ und wertet auch die Artefakte indigener Völker zunehmend als „Kunst“. Dies wird insbesondere deutlich in Publikationen wie Die Anfänge der Kunst (1894) des deutschen Philosophen und Ethnologen Ernst Grosse, The Origins of Art (1900) des schwedischfinnischen Philosophen und Ästhetiker Yrjö Hirn oder L’Art et la magie (1903) des französischen Kunsthistorikers und Religionswissenschaftler Solomon Reinach. Im Jahr 1915 lässt der deutsche Kunsthistoriker Karl Woermann schließlich die zweite Ausgabe seines sechs-bändigen Werkes Geschichte der Kunst aller Zeiten und Völker (1900-1922) mit der Abbildung eines Faustkeils beginnen.! Im Seminar wollen wir einige ausgesuchte Autoren vorstellen und diskutieren, deren Konstruktionen von animistischen, totemisischen oder magisch-spirituellen Weltvorstellungen früher Kulturen, bzw. „primitiver“ Sammler und Jäger Stämmen zu einer Veränderung der Wahrnehmung der Kunst des Paläolithikums (und der „Naturvölker“) führte, wie Edward B. Tylor, John Ferguson McLennan und James George Frazer und auch Autoren auf der Seite der anthropologisch und ethnologisch informierten Kunsttheorie, wie Ernst Grosse, Yrjö Hirn und Solomon Reinach diskutieren. Neben der Lektüre einiger Schlüsseltexte der oben skizzierten Debatten dient das Seminar auch der Vertiefung von fachlich-methodologischen Fähigkeiten im Hinblick auf die Bewertung aktueller Debatten über die Entstehung der menschlichen Kultur. Bis heute stehen Malereien und Artefakte des Paläolithikums im Zentrum des Interesses der Forschung. Diese werden als Indizien in zahlreichen evolutionspsychologischen Modellen und neuroarchäologischen Studien bemüht, um die Entstehung des abstrakten bzw. symbolischen Denkens des modernen Menschen zu beschreiben, bzw. zu belegen und dienen als wertvolle Hinweise für die Erforschung der evolutionären Entstehung der kognitiven Fähigkeiten des modernen Menschen und des Zusammenspiels von kognitiver und kultureller Evolution des Menschen.

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Blockseminar im Wintersemester 2012
IMAGE MATCH: Intervisualität in globalen Bildkulturen
Lehrveranstaltungen am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik und am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität

Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben.

Kommentar
Im Zuge der Globalisierung geraten Bilder mitsamt den sie tragenden Kulturen in neuer und massenhafter Weise in Bewegung. Bilder werden zunehmend Teil transnationaler und transregionaler Migration, fließen millionenfach durch neue globale Kommunikationskanäle und wandern über Grenzen des Verstehens. Mit der Entstehung neuer bildge­stützter Informations- und Kommunikationskanäle haben Bilder aus unterschiedlichsten Kontexten in den letzten zwei Jahrzehnten eine bis dahin ungeahnte globale Verbreitung und universale Verfügbarkeit erfahren und damit ihren Geltungsbereich enorm vergrößert. Hinzu kommen Digita­lisierung und Medienkonvergenz im stetig wachsenden Bereich der Konsumenten, die selbst immer mehr Bilder produzieren und anderen wiederum verfügbar machen. Internetplattformen wie Youtube, Flickr oder Facebook sind Zeugen der Entstehung neuer globaler Bildkulturen, deren künstliche digitale Bildwelten sich so einfach erzeugen wie auch manipulieren lassen und zwischen Homogenisierungs- und Partikularisierungstendenzen oszillieren.

Mit der Diskussion der gegenwärtigen Fusion verschiedener Bildwelten soll der Versuch unternommen werden die damit neu entstehenden kulturellen Sichtweisen auf die Welt zu analysieren. Neben der Einführung in die theoretischen Grundlagen der damit entstehenden vielfältigen ikonischen Begegnungen, Referenzen und Bedeutungen der Bilder, dient das Seminar zugleich der Vertiefung von fachlich-methodologischen Fähigkeiten. Insbesondere soll dabei der Fokus auf jene Austauschbewegungen und Übertragungspro­zesse gelegt werden, die eine systematische Untersuchung von hybriden Bildräumen samt ihrer Interpretanten ermög­licht und einen bildwissenschaftlichen Zugriff auf das Phäno­men der Intervisualität in globalen Bildkulturen eröffnen.


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Blockseminar im Sommersemester 2012
Sex and Beauty: Darwin, Darwinismus und die visuelle Kultur um 1900
Lehrveranstaltungen am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik und am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität
Zeit und Ort werden noch bekannt gegeben.

Kommentar
Trotz der großen Ablehnung, auf die Darwins evolutionäre Deutung der Entwicklung des Menschen zunächst stieß, hatte wohl keine andere Theorie des 19. Jahrhunderts einen solch großen Einfluss auf das Weltbild der damaligen Zeit. Insbe­sondere die Vorstellung von aktiven Evolutionsfaktoren, wie die natürliche und die sexuelle Selektion, beflügelte die Wis­senschaft, die Kunst sowie die Politik. Die Entstehung der Welt und des Menschen in einem bis dahin kaum vorstellbar großen Zeithorizont brachte Fragen nach dem Ursprung des Menschen und zugleich nach der Entstehung von Kategorien wie „Schönheit“ und „Ästhetik“ mit sich. Mit dem Aufkommen der biologischen Ideen von Evolution musste zunächst im Grund­satz geklärt werden, ob es sich bei ästhetischen Phä­nomenen um ein biologisches oder ein kulturelles Phänomen handelte. So wurde der Fortschrittsgedanke immer weiter ausgedehnt und die Entwicklung der menschlichen Zivilisa­tion nurmehr als ein letzter Schritt einer ganzen Abfolge von Entwicklungsschritten verstanden, die im Tierreich ihren Anfang nahmen und mit den ersten Menschen ihren vorläu­figen Höhe- bzw. Endpunkt erreicht hatten. Das Seminar will insbesondere die Auswirkungen der evolutionären Deutung der Entwicklung des Menschen auf die visuelle Kultur in den Blick nehmen und einige Schlaglichter auf dieses bislang wenig erforschte Wissensfeld werfen.


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Blockveranstaltung im Wintersemester 2008
Fotografie und Kunstgeschichte
Lehrveranstaltungen an der Donau-Universität Krems, Zentrum für Bildwissenschaft
Blockseminar 27. Oktober 2008

www.donau-uni.ac.at/zbw »

Kommentar
Die Vorstellung, dass das Verhältnis des Menschen zur Welt nicht allein durch Sprache, sondern ebenso durch Bilder codiert und vermittelt wird, vertraten im 18. Jahrhundert bereits Fächer wie die Archäologie und die frühe Kunstgeschichte. Trotz der anfänglichen Skepsis gegenüber foto-mechanisch hergestellten Reproduktionen entwickelten diese Disziplinen ein differenziertes System bildlicher Analysemittel, das zu einer von schriftlichen Quellen differenten Quellenbasis führte. Künstlerische Artefakte wurden mithilfe von codierten Übersetzungsverhältnissen in zwei oder dreidimensionale Reproduktionen überführt, um die über die ganze Welt verstreuten Kunstwerke in ein Ordnungssystem einzufügen und auf diese Weise der wissenschaftlichen Analyse verfügbar zu machen.

Anknüpfend an visuelle Strategien, die bereits von grafischen Bildreproduktionen bekannt waren, gingen Kunsthistoriker und Verleger im 19. Jahrhundert daran auf Fotografien gestützte Bildarchive einzurichten. Der Einsatz von foto-mechanischen Verfahren und optischen Instrumenten machte das technisch reproduzierte Bild zu einem Erkenntnisinstrument insbesondere der universitären Kunstgeschichte. Der Einzug der Fotografie in das kunsthistorische Arbeiten war gefolgt von Aushandlungsprozessen. Die innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft über das Verhältnis von individuellem Kunstwerk und Reproduktionsmedium geführt wurden. Die Reflexion über den technischen Zugriff auf den kunsthistorischen Gegenstandstandbereich wurde lange vor dem Ausruf des »iconic turn« von einer differenzierten Bild- und Medienkritik getragen, da die Reflexion über künstlerische Ausdrucksformen immer auch unter den Bedingungen ihrer Reproduktion und Abstraktion durch das wissenschaftliche Bild von statten ging.

Durch die Ausformung einer genuin kunsthistorischen fotografischen Bildpraxis einwickelte die Kunstgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine visuelle Epistemologie, die die Argumentation im Bild nachvollziehbar machten wollte und das Fotografieren von Kunstwerken als eigene Forschungsmethode begriff.

Literatur:
Ingeborg Reichle: Kunst-Bild-Wissenschaft. Überlegungen zu einer visuellen Epistemologie der Kunstgeschichte. In: Ingeborg Reichle, Steffen Siegel, Achim Spelten (Hg.): Verwandte Bilder. Die Fragen der Bildwissenschaft, Berlin 2007, S. 169-189 - Ingrid Vermeulen: Picturing Art History. The Rise of the Illustrated History of Art in the Eighteenth Century (dis.), Amsterdam 2006 - Barbara Kopf: Skulptur im Bild. Visuelle Dokumentation und deren Beitrag zur Entwicklung der archäologischen Wissenschaft. In: Ingeborg Reichle, Steffen Siegel, Achim Spelten (Hg.): Verwandte Bilder. Die Fragen der Bildwissenschaft, Berlin 2007, S. 149-167 - Rolf Sachsse: Fotografie. Vom technischen Bildmittel zur Krise der Repräsentation, Köln 2003 - Ingeborg Reichle: Fotografie und Lichtbild: Die unsichtbaren Bildmedien der Kunstgeschichte. In: Anja Zimmermann (Hg.): Sichtbarkeit und Medien: Austausch, Verknüpfung und Differenz von naturwissenschaftlichen und ästhetischen Bildstrategien, Hamburg 2004, S. 177-191 - Wiebke Ratzeburg: Mediendiskussion im 19. Jahrhundert. Wie die Kunstgeschichte ihre wissenschaftliche Grundlage in der Fotografie fand. In: Kritische Berichte (2001), Heft 1, 22-40 - Ingeborg Reichle: Medienbrüche. In: Kritische Berichte (2001), Heft 1, S. 41-56


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Wintersemester 2007/08
Bildwelten der Weltbilder
Christoph Markschies, Ingeborg Reichle, Steffen Siegel
Blockseminar am 10. November 2007, 8. Dezember 2007 und 12. Januar 2008
Burgstraße 26, Raum 108

Kommentar
Martin Heideggers Frage: Was ist das – ein Weltbild? Offenbar ein Bild von der Welt. Aber was heißt hier Welt? Was meint da Bild? ist aktueller denn je. Weltbilder sind ein Versprechen auf Orientierung in einer immer unübersichtlichern Welt. Sie geben konkrete Antworten auf Fragen nach abstrakten Strukturen und sind Ordnungsschemata unseres Wissens und Leitbild unseres Handelns. Die hierbei gestellten Fragen betreffen den Kern unserer Vorstellungen von der Welt: Welche Gestalt hat die Welt? Welche Kräfte und Ideen wirken in ihr? Woraus besteht sie? Wie ist sie entstanden? Wie sieht ihre Zukunft aus?

Es sind Fragen nach einer umfassenden Ordnung, die den Menschen umgibt, und der Stellung, die der Mensch in dieser Ordnung einnimmt. Doch diese Welt wird nicht nur sprachlich erschlossen, sondern auch visuell. Im Weltbild steht der begrifflichen Ordnung eine modellhaft anschauliche Ordnung gegenüber. Im Seminar sollen gemeinsam die ideengeschichtlichen und medientheoretischen Voraussetzungen erarbeitet werden und anhand einer Auswahl konkreter Weltbilder überprüft werden.

Literatur:
Martin Heidegger: »Die Zeit des Weltbildes« [1936]. In: ders.: Holzwege, Frankfurt am Main, 6., durchgesehene Aufl. 1980, 73-110. – Martin Heidegger: »Die Zeit des Weltbildes« [1936]. In: ders.: Holzwege, Frankfurt am Main, 6., durchgesehene Aufl. 1980, 73-110. – Ingeborg Reichle, Steffen Siegel, Achim Spelten (Hg.): Verwandte Bilder. Die Fragen der Bildwissenschaft, Berlin 2007.


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Lehrveranstaltung im Sommersemester 2007

Neuroculture. Zur Wissensgeschichte der modernen Hirnforschung (mit Dr. Cornelia Weber)
SE Do 10-12
wöch.
UL 6, 3031
Beginn: 24. April 2007

Kommentar
In den Neuro- und Kognitionswissenschaften wurden in den letzten Jahrzehnten auf molekularer, struktureller und funktionaler Ebene neue Erkenntnisse über die Funktionsweisen des menschlichen Gehirns gewonnen, die auf der einen Seite im medizinisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu neuen diagnostischen und therapeutischen Verfahren führen, auf der anderen Seite jedoch tief in unserer Kultur verankerte Vorstellungen von Bewusstsein, Selbstbestimmung und Willensfreiheit in Frage stellen. Im Seminar wollen wir die gesellschaftlichen Implikationen moderner Hirnforschung anhand der Lektüre einiger grundlegenden Texte zum Menschenbild in den Neuro- und Kognitionswissenschaften erarbeiten. Zudem sollen eine Reihe aktueller künstlerischer Reflexe vorgestellt werden, die auf eine kritische Auseinandersetzung mit den ethischen und juristischen Konsequenzen der modernen Neuro- und Kognitionswissenschaften zielen.


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Sommersemester 2006
Die Bildwelten der Weltbilder (zusammen mit C. Weber)
SE Do 10-12
wöch.
UL 6, 3031

Kommentar
Die Geschichte der Weltbilder ist vor allem die Geschichte ihrer Bildlichkeit. Der Begriff »Bild« im Wortgefüge »Weltbild« markiert fraglos die anbindung von Weltbildern an visuelle Medien. Mit der Untersuchung von unterschiedlichen Erscheinungsformen der »Welt als Bild« soll gezeigt werden, dass Weltanschauungen immer der Bildlichkeit bedürfen und Weltbilder eine visuelle Verdichtung von Weltanschauung darstellen. Kein Moment ist dem anderen vorgängig; vielmehr sind diese in einem zirkulären Prozess unauflöslich miteinander verschränkt. Das gegenwärtig große Interesse an pikturalen Codierungsformen sowie die grundlegenden Fragen nach den Möglichkeiten und den Grenzen bildgestützter Erkenntnisprozesse soll in dieser Lehrveranstaltung für eine interdisziplinäre Erforschung von Weltbildern fruchtbar gemacht werden. Die Arbeit im Seminar wird sich anhand von Referaten auf paradigmatische Studien konzentrieren. Dabei sollen die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Weltbildern in ihrer kulturellen, medialen und sozialen Bedingtheit analysiert werden. Besondere Berücksichtigung findet zudem die mit dem »iconic turn« in den Mittelpunkt des kulturwissenschaftlichen Interesses gerückte Bedeutung einer kritischen Analyse visueller Formen. Die Relevanz einer bildwissenschaftlichen Forschung zum »Weltbild« liegt nicht zuletzt in der enormen Vielfalt visueller Erscheinungsformen, die uns ein Bild von der Welt geben. Diese Visualisierungen reichen von historischen Modellierungen, etwa kosmologischen Weltbildern, bis hin zu jüngsten Visualisierungen aus dem Bereich der Lebenswissenschaften.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen (Seminar im Rahmen des Studium Generale). Es wird erwartet, dass jede/r Teilnehmer/in einen Beitrag übernimmt.


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Wintersemester 2005
Die Verkörperung des Wissens. Zur Genealogie epistemischer Objekte
Lehrveranstaltung am Hermann von Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik
www2.hu-berlin.de/kulturtechnik »

Dozierende: Dr. Cornelia Weber, Prof. Dr. Ingeborg Reichle
Veranstaltungs-Nr.: S 89 014
Zeit: Do 10-12
Ort: UL 6, Raum 3031
Beginn: 27.10.05

Kommentar:
Schon die Sammlungen der Kunst- und Wunderkammern des Barock stellten einen Versuch dar, Ordnung in das Wissen von der Welt zu bringen. In den Spezialsammlungen des 18. Jahrhunderts wurden die in der Welt gesammelten Objekte schließlich immer differenzierteren Systematisierungen unterstellt und in andere Ordnungssysteme eingespannt. Mit der Eingliederung der gesammelten Objekte in immer neue Phänomenfelder wurde nicht nur neues Wissen generiert, es kam auch zu einem Transformationsprozess, der die Artefakte zu »epistemischen Objekten« werden ließ. Im Seminar wollen wir anhand ausgewählter Sammlungen der Genealogie epistemischer Objekte nachgehen und die verschiedenen Praktiken der Verkörperung des Wissens innerhalb verschiedener Wissenschaftsdisziplinen bis in das frühe 20. Jahrhundert aufzeigen.
Die Veranstaltung richtet sich an Studenten aller Fachrichtungen (Seminar im Rahmen des Studium Generale). Es wird erwartet, dass jede/r Teilnehmer/in einen Beitrag übernimmt.


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2004
Zauber des Wissens. Von der Laterna Magica zum Wissenschaftstheater
Lehrveranstaltungen am Hermann von Helmholtz Zentrum für Kulturtechnik
www2.hu-berlin.de/helmholtz.php »

2004
Lehrveranstaltungen an der Donau-Universität Krems, Zentrum für Bildwissenschaft
www.donau-uni.ac.at/zbw »


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WS 2002-03
Natural Reality. Zum Verhältnis von Kunst- und Naturbegriff im Zeitalter der Technoscience


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WS 2001-02
Infobodies. Zur Konstruktion von Körper und Geschlecht in der Medienkunst der 90er Jahre


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WS 2000-01
Kunst und Evolution: Zur Verschränkung von Biotechnologie und neuen Medien in der Kunst der 90iger Jahre


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SS 2000
Fotografie als unsichtbares Medium des kunstgeschichtlichen Sehens: Zum Einsatz von Reproduktionsmedien und ihrer wissenschaftskonstituierenden Bedeutung im kunstgeschichtlichen Arbeiten

SS 2000
Darwins Beitrag zur Kunst: Zur Verschränkung von Biotechnologie und Neuen Medien in der Bildenden Kunst


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SS 1999
Die Alten Griechen in Preußen: Philhellenismus als Gründungsideal preußischer Kulturinstitutionen des 19. Jahrhunderts

SS 1999
Einführungskurs in die Geschlechterforschung der Kunstgeschichte


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WS 1998-99
Künstlerinnen der Renaissance
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